Skype Meetings – Work to do!

Selbstorganisation in prekären Arbeitsbedingungen

Shedhalle, Seestrasse395, Zürich, CH

29 March - 8 June 2008


Der dritte Teil der Reihe Work to do! rückt die Kommunikation ins Zentrum. Um einen direkten und gleichzeitig transnationalen Erfahrungsaustausch über selbstorganisiertes Arbeiten in prekären Arbeitsbedingungen zu ermöglichen, möchten wir das Gesprächsformat skypen ausprobieren. Ausgangslage für das Projekt Skype Meetings waren Treffen mit selbstorganisierten Initiativen aus Zürich (1. Teil work to do!) und die Dialogische Gesprächsreihe mit Protagonistinnen aus feministischer Theorie und Praxis über Arbeitsbedingungen (2. Teil work to do!). Diese Gesprächsformate, die an verschiedenen Orten in Zürich stattfanden, waren Teil einer „öffentlichen Recherche“. Aus diesen Treffen und erweiterten Recherchezusammenhängen wurden AkteurInnen eingeladen ihrerseits DialogpartnerInnen vorzuschlagen. Für diese Gespräche wurde das kostenlos erhältliche Programm „Skype“ genutzt. Durch die Übertragung von Telefonaten und Videokonferenzen via Internet ermöglicht „Skype“ einen Erfahrungsaustausch zwischen Menschen, die sich sonst nicht unmittelbar treffen könnten. Die Gespräche wurden aufgezeichnet und werden in der Ausstellung zu hören und zu sehen sein.

Vor dem Hintergrund der Beschäftigung mit Selbstorganisation in prekären Arbeitsbedingungen stellen die Beteiligten die Frage, welche Arbeitsformen es sind, die Modelle emanzipativer Arbeits- und Lebensbedingungen schaffen. An welchen Schnittstellen intervenieren sie? Wie werden sie wahrgenommen? Wie können selbstorganisierte Netzwerke mit jeweils spezifischen Anliegen Öffentlichkeiten herstellen? Es scheint, als ob die Frage nach öffentlicher Wahrnehmung einher geht mit der Frage nach den Möglichkeiten nachhaltige Strukturen zu schaffen, die Arbeitsbedingungen mit emanzipativen Intentionen realisierbar und praktizierbar machen. Die Frage nach der wirksamen Wahrnehmung selbstorganisierter Netzwerke kann aus diesem Grund nicht getrennt werden von gängigen Ökonomien medialer Zirkulation.

Das Projekt Skype Meetings möchte daher Kommunikations- und Distributionsmedien, die von selbstorganisierten Netzwerken generiert und genutzt werden, genauer betrachten: Wie wird kommuniziert? Wie werden Fragen und Anliegen – insbesondere auch feministische – von Netzwerken, Initiativen und Gruppierungen in Bezug auf egalitäre und kollektive Arbeitsbedingungen diskutiert und distribuiert. Selbstorganisierte mediale Kanäle, unter anderem Gemeinschaftsradios, freie Sendeformate im Fernsehen und Internet, Zeitschriften/online Magazine, Internetportale sowie Blogs spielen hierbei eine wichtige Rolle. Das direkte Gespräch, informelle Netze und persönlicher Austausch sind in diesem Zusammenhang von wesentlicher Bedeutung. Skype Meetings möchte eine Art Knotenpunkt sein – für die BesucherInnen ein Ort der Recherche und des Austauschs. Die Ausstellung versteht sich als „Portal“, zu welchem die Gäste als „user“ eingeladen sind, die Skype Meetings zu verfolgen. Neben den Skype Meetings diskutieren verschiedene Kulturschaffende in weiteren Medien und Formaten ihre Fragen und Ansätze.


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